Hertha schreibt Clickball-Geschichte in Fulda Fulda, Clickball Cup, Rekordhitze: Während Deutschland schwitzte, blieben die Herthaner cool — und es zeigte sich einmal mehr: Nichts ist so heiß wie der Daniel Streich. Ein Bericht von Claudius Baumann

Beim 12. Deutschen Clickball Cup in Fulda war schon vor dem ersten Ballwechsel klar: Dieses Turnier würde kein gewöhnliches werden. Draußen kletterte das Thermometer teilweise über die 40-Grad-Marke, drinnen wurde mit Holzbrettchen und viel Leidenschaft um Punkte, Sätze und Titel gekämpft. Mittendrin: eine große Hertha-Abordnung aus Berlin, die am Ende eines der erfolgreichsten Clickball-Wochenenden der Vereinsgeschichte feiern durfte.Über 20 Herthanerinnen und Herthaner hatten sich auf den Weg nach Fulda gemacht. Die Anreise war lang, das Wochenende heiß, die Motivation aber mindestens genauso hoch wie die Außentemperaturen. Im Gepäck: Schläger, Trikots, gute Laune — und offensichtlich ein belastbares Konzept für Regeneration, das neben Fachgesprächen auch das eine oder andere Hefeweizen sowie eine bemerkenswerte Menge an Zwiebelmettbrötchen vorsah.

Sportlich begann das Wochenende aus Berliner Sicht vielversprechend. Bereits in der Vorrunde zeigten zahlreiche Hertha-Spieler, dass sie nicht nur wegen der Geselligkeit angereist waren — auch wenn diese natürlich ebenfalls Weltmeisterniveau erreichte.

Starker Samstag: Der Großteil der Herthaner erreicht den zweiten Turniertag

Während Fulda draußen langsam an einen Umluftofen erinnerte, blieb die Hertha-Fraktion in der Halle erstaunlich abgeklärt. Punkt für Punkt, Gruppe für Gruppe arbeiteten sich die Berliner durch den Turniertag. Das bekannte Clickball-Geräusch — dieses trockene Klackern der Brettchen — wurde dabei immer wieder vom Jubel der blau-weißen Bank begleitet.

Im Einzel gewannen unter anderem Niels Büchel, im Vorjahr noch Vizemeister, Clickball-Routinier Jan Hermann, Eric Osbar und Daniel Streich ihre Gruppen souverän. Auch Robert Kempe, Mathias Dietrich, Michael Huber-Petersen, Nick Wenske und Thorsten Löffler qualifizierten sich für den zweiten Turniertag. Damit war früh klar: Die Hertha war nicht nur zahlreich vertreten, sondern sportlich mittendrin.

Besonders erfreulich war der Auftritt von Nina Priebe, die sich mit starker Leistung erstmals für die Endrunde qualifizierte. Auch im Doppel lief es für die Berliner Farben ordentlich an. So ging es am Samstagabend mit breiter Hertha-Beteiligung, guter Stimmung und leicht angeschlagenen Getränkevorräten in die Analysephase.

Sonntag: Kurze Nacht, lange Ballwechsel

Am Sonntag ging es in die entscheidenden Runden. Die Nacht war für einige Beteiligte vermutlich kürzer als ideal, doch am Tisch wurde weiter gekämpft. Für Niels Büchel und Nina Priebe endete das Turnier etwas früher als erhofft. Nick Wenske traf auf Michael Huber-Petersen, der an alter Wirkungsstätte stark aufspielte und sich im Hertha-internen Duell durchsetzen konnte.

Mathias Dietrich erwischte trotz eines starken zweiten Platzes in seiner Gruppe ein schweres Los und schied gegen den mehrfachen deutschen Meister und Mitfavoriten Dwain Schwarzer früh aus. Auch für weitere Herthaner war im Achtel- und Viertelfinale Schluss — angesichts der starken Konkurrenz aber eher ein Zeichen für die Qualität des Feldes als für fehlende Berliner Klasse.

Jan Hermann zeigte einmal mehr, dass Erfahrung im Clickball durch nichts zu ersetzen ist. Mit abgeklärtem Spiel kämpfte er sich bis ins Halbfinale, unterlag dort Robert Mayan und beendete das Turnier auf einem starken vierten Platz.

All eyes on The Striker – Daniel übernimmt die Hauptrolle

Dann aber war die Zeit reif für unseren Daniel – Nachdem Dwain Schwarzer überraschend ausgeschieden war, nutzte der Riese aus Oberschöneweide seine Möglichkeit konsequent. Mit einer Serie klarer 2:0-Siege spielte er sich bis ins Finale.

Zuvor stand bereits das Doppelfinale mit Berliner Beteiligung an. Daniel Streich und Mathias Dietrich ließen sich die Chance nicht nehmen und holten den Titel im Doppel nach Berlin. Der erste Meistertitel des Wochenendes war damit gesichert.

Im Einzelfinale traf Daniel schließlich auf Robert Mayan. Es entwickelte sich ein enges, spannendes und würdiges Finale, in dem Daniel nach umkämpftem Beginn immer besser ins Spiel fand. Im entscheidenden fünften Satz blieb er konzentriert, holte in der Crunchtime die wichtigen Punkte und machte beim 15:10 den Titel perfekt. Auf der Hertha-Bank brachen alle Dämme.

Jan Hermann, in seiner Funktion als 2. Vorsitzender und Sportwart der Hertha, brachte seine Begeisterung auf den Punkt: „Daniel hat uns an diesem Wochenende nicht nur mit dem deutschen Meistertitel unheimlich stolz gemacht — er hat auch ein großes Stück Herthaner Clickball-Geschichte geschrieben.“

Ein historisches Wochenende für Hertha

Mit dem Einzeltitel von Daniel, dem Doppeltitel mit Mathias Dietrich und zahlreichen starken Auftritten der gesamten Hertha-Abordnung wurde der 12. Deutsche Clickball Cup zu einem der wohl erfolgreichsten Turniere der Berliner Clickball-Geschichte.

Ein großer Dank geht an das Organisationsteam in Fulda, das auch unter extremen Wetterbedingungen ein hervorragend vorbereitetes und stimmungsvolles Turnier auf die Beine stellte. Was bleibt, ist die Vorfreude auf das nächste Jahr — wenn der Weg zum deutschen Meistertitel im Clickball wieder nur über die Hauptstadt führt.

Alle Ergebnisse:                                                                                                      Fotos: Verschiedene